"Der Erzgebirgskrimi - Der Tote im Burggraben"

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"Der Erzgebirgskrimi - Der Tote im Burggraben" ist am  Samstag, 17. April 2021, im ZDF zu sehen. Beginn ist um 20.15 Uhr. Ungeduldige können aber jetzt schon als kostenlos streamen in der ZDF-Mediathek.

https://www.zdf.de/serien/erzgebirgskrimi/erzgebirgskrimi---der-tote-im-burggraben-100.html

Vorab im Society Magazin Interview Lara Mandoki:

1. Frau Mandoki, Karina Szabo hat ungarische Wurzeln. Sie ist ein eher skeptischer Mensch, aber selbstbewusst und wortgewandt. Beschreiben Sie Kommissarin Szabo genauer!

Karina ist sehr ehrgeizig und versucht in dem oft sehr verschlossenen Erzgebirge und auch neben dem etwas zurückgezogenen Kommissar Winkler den bestmöglichen Job zu machen. Die Schicksale, die sie durch ihre Arbeit mitbekommt, gehen ihr sehr nah, besonders dann im vierten Fall, indem ihre ungarischen Wurzeln eine besondere Rolle spielen werden. Sie versucht den verschrobenen Kommissar immer wieder aus der Reserve zu locken, manchmal überschreitet sie dabei Grenzen, aber meint es im Grunde immer nur gut. Sie sucht das Vertrauen und die Freundschaft von Kommissar Winkler, sie bewundert ihn für seine Erfahrung und gute Arbeit. Karina ist temperamentvoll und emotional und liebt ihren Beruf sehr.


2. Das ist der dritte Film der Erzgebirgskrimi-Reihe. Was war für Sie das Besondere an diesem Film?

Zunächst einmal sicherlich, dass wir eine ganz tolle Regisseurin hatten. Constanze Knoche war mit ganzer Seele und Leidenschaft dabei. Wir haben im Vorfeld viel gesprochen und auch geprobt und sie war sehr offen dafür, mit den Figuren in die Tiefe einzusteigen. Das war für mich als Schauspielerin natürlich ein Geschenk.

Was den Fall anbelangt, finde ich den spannenden Rückblick in drei Generationen Familiengeschichte und somit auch in fast ein Jahrhundert deutscher Geschichte im Erzgebirge sehr interessant. Es stellt sich ganz anders vielleicht als bei anderen Fällen die Frage nach Schuld und Sühne. Dieser Fall ist für die Kommissare besonders herausfordernd - auch was ihre persönliche Beziehung zueinander anbelangt.

3. Warum funktioniert die Zusammenarbeit zwischen Kommissarin Karina Szabo und Hauptkommissar Robert Winkler so gut? Was ist das Erfolgsgeheimnis dieses Teams? 

Kommissarin Szabo ist eine sehr ehrgeizige junge Kommissarin, die die Berufserfahrung ihres älteren Kollegen Winkler sehr zu schätzen weiß – auch wenn er manchmal herausfordernd und forsch sein kann. Im Grunde ist sie aber auch sehr froh von ihm lernen zu können.

Kai und ich sind privat sehr gute Freunde. Wir haben beide über die intensive Zusammenarbeit gelernt, geduldig miteinander umzugehen, sich Raum zu lassen und gleichzeitig zu unterstützen, auch unter besonderen Herausforderungen wie zum Beispiel während der Corona-Dreharbeiten im letzten Jahr. Wir sind ein gutes Team sowohl vor als auch hinter der Kamera.


4. Gab es während den Drehs einen besonderen Moment, ein Erlebnis oder Ereignis, an das sie sich gerne erinnern?

Am letzten Drehtag vom vierten Film hatte ich Geburtstag. Ich wurde so liebevoll von Team und Cast am Set empfangen und gefeiert. Es war der schönste Geburtstag, den ich je hatte.


5. Der Internationale Frauentag (8. März) spielt in der Erinnerung von Zeitzeugin Anneliese Schulte (gespielt von Jutta Wachowiak) eine besondere Rolle. Welche Bedeutung hat dieser Tag für Sie?

Der internationale Frauentag ist ein Feiertag, der besonders in der ehemaligen Sowjetunion gefeiert wurde und dort einen besonderen Stellenwert hatte. Meine Familie kommt ja aus Ungarn und ist geprägt von Flucht und Folter der sozialistischen Diktatur dort. So hat alles, was mit der UdSSR zu tun hat, für mich immer auch einen sehr schmerzhaften Beigeschmack.

Allerdings wenn man sich die Ursprünge des Weltfrauentages anschaut, ist mir der Tag sehr wichtig. Die Frauen haben sich noch vor dem 1. Weltkrieg zusammengetan, um für gleiche Rechte und

gleiches Gehalt zu kämpfen. Das müssen wir leider zum Teil bis heute. Darum finde ich es richtig, dass wir ihn jetzt wieder für seine ursprüngliche Bedeutung feiern. In Sachen Gleichberechtigung und Emanzipation gibt es in unserem Land noch einiges zu tun.


6. Hinter der beruflichen Beziehung von Karina und Spurenermittler Maik scheint mehr zu stecken. Können Sie mehr davon erzählen? Was macht das Verhältnis der beiden aus?

Kommissarin Szabo ist recht einsam im Erzgebirge. Sie ist die jüngste im Team und stößt oft auf verschlossene Türen. Ihre recht direkte Art stößt manchmal auf Widerstand. Ohne zu viel verraten zu wollen, wird Maik für Karina zunehmend zu einer wichtigen Person, da er ihr den Rücken stärkt und sie mit ihm über vieles sprechen kann, und ihr auch hilft die Menschen im Erzgebirge besser zu verstehen.


7. Was sollte man unbedingt im Erzgebirge gesehen haben?

Ich denke, die Menschen und ihre Geschichten machen das Besondere aus. Es ist eine sehr besondere und geschichtsträchtige Region in Deutschland. Als gemeinsame Gesellschaft stehen wir nicht nur mit Corona, sondern auch politisch vor einigen Herausforderungen. Wir alle zusammen müssen den Dialog suchen und Dinge gemeinsam anpacken.


8. Welch Projekte stehen in 2021 noch für Sie an? Dürfen Sie schon etwas verraten?

Im Moment drehe ich in München eine sehr schöne Amazon Prime Serie, über die ich aber leider noch nicht sprechen darf und im Anschluss werden wir noch zwei weitere Erzgebirgskrimis drehen. Letztes Jahr durfte ich bei einer tolle ZDFneo Serie mit Umut Dag an der Seite von unter anderem Julia Koschitz und einem spannenden Steirerkrimi dabei sein, sowie bei dem ARD Thriller “Das Lied der toten Mädchen”, in dem ich an der Seite von Torben Liebrecht als investigativ Journalistin in Köln unterwegs bin. Es wird also hoffentlich noch einige weitere Ausstrahlungen dieses Jahr geben, auf die ich mich sehr freue.

Foto: ZDF